Sonntag, 1. März 2026

Rezension zu "Sekunden ab jetzt“ von Jason Reynolds


Heute möchte ich euch „24 Sekunden ab jetzt“ von Jason Reynolds vorstellen, das mich auf eine interessante Reise mitgenommen hat.


​Wir treffen Neon. Er steht im Badezimmer seiner Freundin Aria und starrt in den Spiegel. Die beiden sind seit zwei Jahren ein Paar und heute wollen sie zum ersten Mal miteinander schlafen.

​Neon zählt die Sekunden, noch genau 24. Und man spürt förmlich, wie sein Herz bis zum Hals schlägt. 

Was der Autor dann macht, ist schon genial.

Er spult die Zeit nicht vor, sondern in Etappen zurück. 24 Minuten, 24 Stunden, Tage, Wochen, bis hin zu dem Moment vor zwei Jahren, als die beiden sich durch einen entlaufenen Hund überhaupt erst kennengelernt haben.

​​Ich durfte die Geschichte als Hörbuch vom @deraudioverlag durch @netgalleyde geniessen. Gelesen wird es von Benito Bause. Die Besetzung ist ein Glücksgriff. Er trifft diesen nervösen Tonfall von Neon perfekt, ohne dass es anstrengend wird. Und ganz besonders, wenn Neons Gedankenkarussell Fahrt aufnimmt.

​​Ich war anfangs sofort drin in der Geschichte. Es war leicht, Neon in diesen Momenten zu folgen. Man erkennt sich ja doch in gewissen Zügen wieder. Dieses nervöse Flattern im Bauch ist zeitlos.

​Allerdings hatte mich das Buch zwischendurch kurzzeitig mal verloren. Ich glaube, dass ich doch ein Stück weg bin von diesen extrem jugendlichen Gedanken. Manchmal haben mich diese Gedankenblitze und das Tempo fast ein bisschen überfordert. 

​​Ich bin dann dazu übergegangen, das Hörbuch häppchenweise zu hören. So hat es mir richtig Spaß gemacht, Neons Welt kennenzulernen. Besonders die Einblicke in seine Familie fand ich klasse. Wie sein Vater diese Bingo-Abende aufzieht oder wie offen und respektvoll in der Familie über Sex und Gefühle geredet wird, hat mir echt gefallen. Da wird nichts beschönigt, aber es ist gleichzeitig so viel Liebe und Empathie im Spiel. Neon ist kein typischer Draufgänger, sondern ein Junge, der liebt und alles richtig machen will. 

Es geht in dem Buch weniger um den Akt an sich. Vielmehr um das Vertrauen und die Bedeutung, die wir einem Moment geben, bevor er überhaupt passiert.


Von mir gibt es eine grosse Leseempfehlung.

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